25. Juni 2026
Immobilienpreise legen wieder zu
Die Talsohle am Wohnimmobilienmarkt scheint durchschritten. Nach der Korrektur im Jahr 2023 haben sich die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser in den vergangenen beiden Jahren wieder stabilisiert und vielerorts erhöht.
Österreichweit liegt der mittlere Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen aktuell bei etwas mehr als 4.100 Euro. Häuser erreichen im Median knapp 2.850 Euro pro Quadratmeter. Damit bewegen sich die Preise zwar noch unter den Spitzenwerten aus dem Boomjahr 2022, die Richtung zeigt jedoch erneut nach oben.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass die Nachfrage nach Wohneigentum weiterhin vorhanden bleibt. Viele Kaufinteressenten nutzten die Marktberuhigung der vergangenen Jahre, um ihre Kaufentscheidung vorzubereiten. Mit sinkender Unsicherheit kehrt nun mehr Bewegung in den Markt zurück.
Deutliche Preisunterschiede zwischen den Bundesländern
Der österreichische Immobilienmarkt zeigt seit Jahren starke regionale Unterschiede. Besonders deutlich wird dies beim Blick auf die Quadratmeterpreise.
Wien bleibt das teuerste Pflaster des Landes. Wer in der Bundeshauptstadt Eigentum erwerben möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als in vielen anderen Regionen Österreichs. Auch Vorarlberg, Salzburg und Tirol zählen weiterhin zu den hochpreisigen Märkten.
Vergleichsweise günstiger präsentieren sich große Teile der Steiermark, Kärntens und des Burgenlands. Dort finden Käufer oftmals noch deutlich niedrigere Einstiegspreise als in den westlichen Bundesländern oder im Wiener Umland.
Dieses Preisgefälle zwischen West- und Ostösterreich besteht seit vielen Jahren und dürfte auch künftig ein wesentliches Merkmal des Immobilienmarktes bleiben. Gründe dafür liegen unter anderem in der wirtschaftlichen Stärke einzelner Regionen, der Arbeitsplatzsituation, der Nachfrage nach Wohnraum und der Verfügbarkeit von Grundstücken.
Baugrundstücke werden zunehmend zur Mangelware
Besonders dynamisch entwickeln sich derzeit die Grundstückspreise. Bauland wird vielerorts knapper, während die Nachfrage hoch bleibt.
Im österreichweiten Durchschnitt verteuerten sich Baugrundstücke erneut. Vor allem Ballungsräume sowie touristisch attraktive Regionen verzeichnen starke Preissteigerungen. In bekannten Wintersportorten erreichen Grundstücke mittlerweile Spitzenwerte, die für viele private Käufer kaum mehr finanzierbar erscheinen.
Die Gründe liegen auf der Hand. Verfügbare Bauflächen sind begrenzt, gleichzeitig wächst der Wunsch nach Wohneigentum in attraktiven Lagen. Diese Kombination sorgt für einen anhaltenden Aufwärtsdruck bei den Preisen.
Für Eigentümer von Baugrundstücken stellt diese Entwicklung eine erfreuliche Wertsteigerung dar. Kaufinteressenten hingegen müssen ihre Finanzierung zunehmend sorgfältig planen.
Leistbarkeit bleibt das zentrale Thema
Während die Immobilienpreise wieder steigen, entwickelt sich die Leistbarkeit deutlich langsamer. Genau hier liegt aktuell eine der größten Herausforderungen am österreichischen Wohnungsmarkt.
In zahlreichen Bezirken übersteigt die finanzielle Belastung für ein durchschnittliches Eigenheim jene Größenordnung, die von Experten als langfristig tragbar angesehen wird. Viele Haushalte müssten einen erheblichen Teil ihres monatlichen Nettoeinkommens für Kreditraten aufwenden.
Besonders angespannt zeigt sich die Situation in Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Dort treffen hohe Immobilienpreise auf Einkommen, die mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten konnten.
In anderen Regionen Österreichs gestaltet sich der Immobilienerwerb deutlich einfacher. Teile des Burgenlands, der Steiermark und Kärntens bieten nach wie vor vergleichsweise günstige Rahmenbedingungen für Käufer.
Interessant ist dabei, dass selbst innerhalb eines Bundeslandes erhebliche Unterschiede bestehen können. Während einzelne Bezirke noch erschwingliche Kaufpreise bieten, liegen benachbarte Regionen bereits deutlich über dem Durchschnitt.
Einkommen wachsen langsamer als Immobilienpreise
Ein wesentlicher Grund für die sinkende Leistbarkeit liegt in der unterschiedlichen Entwicklung von Einkommen und Immobilienwerten.
In den vergangenen Jahren sind die Kaufpreise für Häuser deutlich stärker gestiegen als die Einkommen vieler Haushalte. Dadurch erhöht sich jener Anteil des verfügbaren Einkommens, der für die Finanzierung aufgebracht werden muss.
Diese Entwicklung führt dazu, dass insbesondere junge Familien und Erstkäufer größere Hürden überwinden müssen. Eigenkapital gewinnt dadurch noch stärker an Bedeutung. Gleichzeitig verlängern sich oftmals die Zeiträume, die für den Vermögensaufbau erforderlich sind.
Für Käufer wird eine realistische Budgetplanung daher wichtiger denn je. Wer die Finanzierung sorgfältig vorbereitet und regionale Alternativen prüft, kann dennoch interessante Möglichkeiten finden.
Höhere Nebenkosten belasten Käufer zusätzlich
Neben den eigentlichen Kaufpreisen spielen auch die Nebenkosten eine wichtige Rolle. Mit dem Auslaufen bestimmter Entlastungsmaßnahmen erhöhen sich die Gesamtkosten eines Immobilienerwerbs wieder.
Viele Käufer konzentrieren sich zunächst auf den Kaufpreis und unterschätzen die zusätzlichen Ausgaben. Gebühren, Steuern und Finanzierungskosten können jedoch einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten ausmachen.
Gerade in Zeiten steigender Preise lohnt sich deshalb eine umfassende Kalkulation. Eine frühzeitige Finanzierungsberatung schafft Klarheit und verhindert unangenehme Überraschungen während des Kaufprozesses.
Investoren entdecken den Markt wieder
Während Eigennutzer vor Herausforderungen stehen, kehrt bei institutionellen und privaten Investoren zunehmend Optimismus zurück.
Das Investitionsvolumen am österreichischen Immobilienmarkt entwickelte sich zuletzt positiv. Besonders gefragt sind Gewerbeobjekte, Einzelhandelsflächen und Hotelimmobilien. Diese Segmente profitieren von stabilen Ertragserwartungen und attraktiven Standorten.
Auch hochwertige Büroimmobilien in den Landeshauptstädten bleiben interessant. Investoren achten dabei verstärkt auf nachhaltige Konzepte, moderne Ausstattung und langfristige Vermietbarkeit.
Der Wohnimmobilienbereich entwickelt sich hingegen etwas zurückhaltender. Dennoch bleibt Wohnraum langfristig ein wichtiger Bestandteil vieler Anlagestrategien.
Auffällig ist zudem die steigende Aktivität internationaler Investoren. Österreich gilt weiterhin als politisch stabiler Markt mit hoher Rechtssicherheit und attraktiven Standorten.
Chancen für Eigentümer
Für Eigentümer bringen die aktuellen Entwicklungen mehrere Vorteile mit sich. Die wieder steigenden Preise wirken sich positiv auf den Marktwert bestehender Immobilien aus. Besonders Objekte in guten Lagen profitieren von der anhaltenden Nachfrage.
Wer einen Verkauf plant, findet aktuell ein Marktumfeld vor, das wieder mehr Dynamik zeigt als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig achten Käufer genauer auf Zustand, Energieeffizienz und Ausstattung der Immobilie.
Eine professionelle Wertermittlung gewinnt dadurch an Bedeutung. Nur eine realistische Preisfestsetzung ermöglicht eine erfolgreiche Vermarktung und vermeidet unnötig lange Vermarktungszeiten.
Ausblick auf die kommenden Monate
Der österreichische Immobilienmarkt dürfte auch in den kommenden Monaten von regionalen Unterschieden geprägt bleiben. Während attraktive Lagen weiterhin stabile Nachfrage verzeichnen, wird die Leistbarkeit für viele Haushalte ein entscheidender Faktor bleiben.
Steigende Preise bei Wohnungen, Häusern und Grundstücken sprechen für eine weitere Marktstabilisierung. Gleichzeitig verlangen höhere Finanzierungskosten und Nebenkosten eine sorgfältige Planung.
Für Eigentümer ergeben sich dadurch interessante Chancen. Kaufinteressenten profitieren wiederum von einer größeren Markttransparenz und können ihre Entscheidungen gezielter treffen.
Wer den Markt genau beobachtet und sich frühzeitig beraten lässt, kann auch in einem anspruchsvollen Umfeld die richtigen Entscheidungen rund um Kauf, Verkauf oder Investment treffen.
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Senior Expertin für Immobilienentscheidungen | Immoblientreuhänderin
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Mag. (FH) Gabriele Steinlechner
Senior Expertin für strategische Immobilienentscheidungen
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