Immobilienmarkt Österreich 2025: Preise ziehen an, Nachfrage legt noch stärker zu

Heuer zeigt der Markt wieder mehr Dynamik. Seit Jänner steigen Angebotspreise leicht, zugleich wächst die Zahl der Suchanfragen kräftig. Die Schere zwischen West und Ost bleibt offen. Neubauten kommen nur schleppend nach. Wer jetzt verkauft oder kauft, braucht einen klaren Blick auf Lage, Segment und Qualität.

5. September 2025

Preise im ersten Halbjahr: leichter Aufschwung, kurzer Dämpfer

Raiffeisen Research meldet für das erste Halbjahr 2025 einen durchschnittlichen Preisanstieg von 0,3 Prozent österreichweit. Im zweiten Quartal kam ein kleiner Rücksetzer. In Wien verteuerte sich Wohneigentum im selben Zeitraum um 0,8 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet die Analyse mit plus 0,5 Prozent, ab 2026 mit rund 3 Prozent pro Jahr. Die Talsohle wirkt durchschritten, der Weg nach oben bleibt aber Schritt für Schritt.

Angebotspreise laut Inseraten: Wohnungen +4%, Häuser +6%

ImmoScout24 wertete heuer rund 178.000 Inserate aus. Eigentumswohnungen kosteten im Schnitt 5.951 Euro pro Quadratmeter. Plus 4 Prozent im Jahresvergleich. Einfamilienhäuser lagen durchschnittlich bei 4.041 Euro pro Quadratmeter. Plus 6 Prozent. Die Nachfrage zieht gleichzeitig stark an. Anfragen zu Wohnungen stiegen um 22 Prozent, zu Häusern um 8 Prozent. Besonders aktiv zeigten sich Interessenten in der Steiermark mit plus 37 Prozent, in Tirol mit plus 25 Prozent und in Wien mit plus 23 Prozent. Angebotspreise reagieren darauf spürbar, Grundbuchzahlen ziehen traditionell mit Verzögerung nach.

West-Ost-Gefälle bleibt klar sichtbar

Die Preislandkarte wirkt vertraut. Tirol führt bei Wohnungspreisen mit rund 7.000 Euro pro Quadratmeter. Die Steiermark bleibt mit 4.331 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise leistbar. Bei Einfamilienhäusern zeigt sich das Gefälle noch deutlicher. Tirol erreicht 7.667 Euro pro Quadratmeter. Vorarlberg liegt mit 5.618 Euro, Salzburg mit 6.111 Euro deutlich über dem Österreich-Schnitt. Am unteren Ende rangiert das Burgenland mit 2.436 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommt ein rechnerischer Vergleichswert, der Kaufentscheidungen konkret macht: Ein durchschnittliches Haus kostet in Wien knapp 850.000 Euro, im Burgenland rund 317.000 Euro. Region entscheidet, Budget bestimmt die Suche.

Bundesländer im Fokus: besondere Bewegungen

Im Burgenland fällt heuer ein Preissprung bei Eigentumswohnungen auf. Plus 38 Prozent im Median. Hintergrund bildet eine Welle neu fertiggestellter Projekte mit höheren Verkaufspreisen. Der Durchschnitt liegt mit 5.100 Euro pro Quadratmeter dennoch unter westlichen Niveaus.
Die Steiermark bildet bei Häusern die Ausnahme. Hier sanken die Angebotspreise um rund 3 Prozent. Ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern kostet im Schnitt etwa 405.200 Euro. Gleichzeitig stieg das Kaufinteresse bei Wohnungen kräftig.
Kärnten meldet bei Einfamilienhäusern den stärksten Anstieg. Plus 11 Prozent. Die Nachfrage nach Häusern kühlte dort jedoch ab. Minus 9 Prozent.
Wien und Vorarlberg führen bei der Haus-Nachfrage. Wien plus 30 Prozent, Vorarlberg plus 24 Prozent. Tirol legt mit plus 19 Prozent zu, Salzburg mit plus 18 Prozent.

Angebotsknappheit: wenig Neubau, enger Markt

Engel & Völkers berichtet von steigenden Transaktionszahlen in Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck. Vor allem Wohnungen guter Qualität in stabilen Lagen wechseln wieder öfter den Eigentümer. Auch im Hochpreissegment zeigen Käuferinnen und Käufer mehr Aktivität, etwa in Kitzbühel, Zell am See, Lech oder im Salzkammergut.
Gleichzeitig bleibt das Angebot knapp. 2024 wurden österreichweit nur rund 32.100 Wohnungen neu bewilligt. Minus 8,5 Prozent. Im Vergleich zu 2017 fehlen heuer in der Pipeline rund 40.000 Einheiten. Fertigstellungen sinken seit zwei Jahren. 2022 noch 72.000, 2023 knapp 70.000, heuer voraussichtlich unter 50.000 neue Wohneinheiten. Ein spürbarer Anstieg erscheint frühestens 2027 realistisch. In gefragten Lagen verschärft sich der Mangel. Preise reagieren mittelfristig nach oben, Vermarktungszeiten können trotz Nachfrage je nach Objekt variieren.

Einfamilienhäuser: fast eine Million in Tirol, leichte Entspannung in der Steiermark

ImmoScout24 setzt für das typische Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern einen österreichweiten Durchschnittspreis von rund 525.400 Euro an. Tirol liegt mit knapp 997.000 Euro nahezu an der Millionengrenze. Das Burgenland bildet mit etwa 317.000 Euro den Gegenpol. Die Steiermark verzeichnete einen leichten Rückgang, Kärnten den stärksten Zuwachs. Vorarlberg und Salzburg bleiben klar über dem Schnitt. Wer Haus mit Garten sucht, kalkuliert regional sehr unterschiedlich. Unterm Strich zählt die Lage, gefolgt von Baujahr, Energiekennzahl und Grundstücksgröße.

Luxusmarkt: eigene Dynamik, klare Spreizung

RE/MAX Austria beobachtet im hochpreisigen Segment eine eigenständige Bewegung. Luxus-Einfamilienhäuser legten in den letzten Jahren meist zu oder blieben stabil. Zuletzt plus 13 Prozent. Auch 2024 zeigte dieses Teilsegment eine robuste Entwicklung, während der breite Hausmarkt zwischenzeitlich nachgab. Käuferinnen und Käufer im Millionenbereich reagieren weniger auf Kreditregeln oder Zinsen.
Bei Luxuswohnungen ergibt sich ein anderes Bild. In den obersten 5 Prozent kam es zu einem deutlichen Preisrückgang. Gründe liegen im Einbruch von Neubauprojekten und in strengeren Regeln rund um Ferienwohnsitze in einzelnen Regionen. Die Folge: mehr Auswahl in der Spitze, aber auch mehr Zurückhaltung bei Kaufentscheidungen. Qualität, Mikro-Lage und Plausibilität des Preises spielen hier die Hauptrolle.

Was Eigentümer jetzt berücksichtigen

Wer verkaufen will, nutzt die steigende Nachfrage. Ein realistischer Angebotspreis zieht qualifizierte Interessenten an und verkürzt die Vermarktungszeit. Überzogene Erwartungen kosten Reichweite. Ein frisches Exposé mit klaren Grundrissen, energierelevanten Unterlagen und starken Bildern schafft Vertrauen. Kleine Investitionen in Optik, Mängelbehebung und Energieeffizienz zahlen sich aus. In Regionen mit wenig Neubau punkten gepflegte Bestandsobjekte zusätzlich. Bei Häusern zählt die Außenanlage stärker als noch vor zwei Jahren. Rasen, Terrasse, Sichtschutz, Geräteschuppen – ein kompletter Eindruck bringt Vorteile. In Märkten mit viel Bewegung wie Wien oder Innsbruck lohnt ein zielgenaues Timing über den Jahresverlauf. Inserate performen erfahrungsgemäß besser, wenn Markt und Zinsen ruhiger wirken.

Was Käufer jetzt clever anstellen

Wer kaufen will, vergleicht zuerst Regionen und Segmente. Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Wien bleiben teuer. Steiermark, Burgenland und Niederösterreich bieten mehr Fläche pro Euro. Finanzierung sauber vorbereiten, Nebenkosten realistisch einpreisen, Zinsbindung prüfen, Förderungen checken. Angebotspreise bilden einen Trend, Grundbuchdaten folgen später. Verhandlungsspielräume hängen von Zustand, Dokumentation und Wettbewerb ab. Neubau bringt oft höhere Energieeffizienz, aber weniger Auswahl. Bestandsobjekte liefern Charme und teils bessere Lagen, erfordern jedoch Reserven für Sanierung. Wer flexibel bei Bezirk, Etage oder Freifläche bleibt, findet schneller. Gute Objekte verschwinden weiterhin zügig. Regelmäßige Alerts und schnelle Besichtigungen erhöhen die Chance.

Ausblick bis 2027: moderates Wachstum, knapper Neubau

Für 2025 zeichnet sich ein leichtes Plus ab. Rund 0,5 Prozent im Schnitt. Ab 2026 liegen jährliche Zuwächse um 3 Prozent im Bereich des Möglichen. Der Bedarf an Wohnraum wächst weiter, wenn auch langsamer als zuvor. Die Fertigstellungen bleiben knapp. Diese Mischung stützt die Preise in guten Lagen. In schwächeren Lagen gewinnt die Qualität des einzelnen Objekts an Gewicht. West–Ost bleibt Thema. Der Westen hält die Spitze, der Osten bietet Auswahl. Im Luxussegment trennen sich die Linien: Häuser stabil bis freundlich, Top-Wohnungen selektiv und stärker preisgetrieben.

Fazit für die Praxis in unserer Region

Markt bewegt sich wieder aufwärts, Käuferinnen und Käufer sind aktiv, aber wählerisch. Verkäufer erzielen mit sauberer Vorbereitung und passgenauer Preisstrategie solide Ergebnisse. Käufer erreichen mit guter Finanzierung und klaren Prioritäten ihre Wunschimmobilie eher früher als später. Regionale Expertise zahlt sich aus. Eine realistische Marktpreiseinschätzung, ein stimmiges Vermarktungskonzept und rasche Organisation von Besichtigungen bringen heuer den entscheidenden Vorsprung.

 


 

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