12. Juni 2025
Transaktionsrückgang 2024: Ursachen und Auswirkungen
Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Immobilienverkäufe von rund 83.000 auf 69.500. Hauptgrund dafür sind die verschärften Kreditvergaberichtlinien durch die KIM-Verordnung. Für viele Menschen wurde der Traum vom Eigenheim damit vorerst unerreichbar. Dennoch bleibt der Markt aktiv – und die Preise auf hohem Niveau.
Vor allem Erstkäuferinnen und -käufer spüren die Hürden der Finanzierung. Die Nachfrage besteht weiterhin, doch die Realisierung stockt. Das drückt nicht die Preise, sondern reduziert schlicht die Zahl der realisierten Käufe.
Eigentumspreise im Detail: leichte Steigerungen in fast allen Bereichen
Im Neubausegment steigen die Preise weiter. Eigentumswohnungen im Erstbezug kosten im österreichweiten Durchschnitt mittlerweile rund 3.559 Euro pro Quadratmeter – ein Plus von über zwei Prozent. Reihenhäuser liegen bei 2.190 Euro (+3,92 %), Einfamilienhäuser bei 2.426 Euro (+1,75 %).
Auch Grundstücke verzeichneten eine Preissteigerung. Mit durchschnittlich 406 Euro pro Quadratmeter legten sie um 2,29 % zu. Die Knappheit an verfügbaren Bauflächen treibt die Preise hier weiter nach oben – vor allem in Ballungsräumen.
Mietpreise: stabile Entwicklung statt Preisexplosion
Trotz medialer Debatten bleibt der Mietmarkt verhältnismässig ruhig. Neu abgeschlossene Mietverträge für neuwertige Wohnungen lagen im Schnitt bei 9,30 Euro pro Quadratmeter – eine moderate Steigerung von gut drei Prozent. Das liegt unterhalb der Teuerungsrate.
Insbesondere im frei vereinbarten Mietbereich zeigt sich der Markt von seiner regulierenden Seite: Angebot und Nachfrage bestimmen die Miete. Wo das Angebot ausreicht, bleiben die Preise stabil oder steigen nur geringfügig.
Wien: solide Lage mit wachsendem Preisdruck
In der Bundeshauptstadt zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Mieten im nicht regulierten Segment stiegen bei Neuverträgen um 3,32 %. Das ist zwar ein spürbares Plus, aber weit entfernt von dramatischen Entwicklungen.
Grösseres Augenmerk liegt auf dem Eigentumsmarkt: Die Preise steigen durchwegs. Die rückläufige Bautätigkeit ab kommendem Jahr wird das Angebot weiter verknappen – und mittelfristig wohl zu deutlich höheren Preisen führen.
Niederösterreich: St. Pölten als Gegenbeispiel
Anders sieht es in der niederösterreichischen Landeshauptstadt aus. Hier sinken die Kaufpreise im Eigentumssegment leicht – mit Ausnahme der Einfamilienhäuser in besonders guten Lagen. Gleichzeitig steigen die Mieten um knapp drei Prozent.
Der Speckgürtel rund um Wien bleibt hingegen weiterhin teuer und stark nachgefragt. Knappes Angebot bei gleichzeitig hoher Nachfrage sorgt für stabile bis steigende Preise – sowohl für Eigentum als auch für Mietobjekte.
Wirtschaftliche Risiken: Massnahmen statt Preisdeckel
Die Immobilienbranche warnt: Gesetzliche Preisdeckel lösen keine strukturellen Probleme. Sie reduzieren das Angebot – und verschärfen die Lage. Vielmehr braucht es gezielte Massnahmen zur Unterstützung von gemeinnützigen und gewerblichen Bauträgern.
Investitionen in leistbaren Wohnbau und thermische Sanierungen müssen gefördert werden, um langfristig Stabilität zu sichern. Ohne solche Massnahmen droht mittelfristig ein deutlicher Einbruch bei Neubauprojekten – und ein Engpass am Wohnungsmarkt.
Immobilienpreisspiegel 2025: eine verlässliche Marktgrundlage
Die aktuelle Ausgabe des Immobilienpreisspiegels basiert auf rund 11.000 realen Transaktionen. Die Daten stammen direkt von Mitgliedsbetrieben der Wirtschaftskammer und wurden gemeinsam mit einem unabhängigen Immobilienanalysten aufbereitet.
Im Unterschied zu vielen anderen Marktübersichten kombiniert der Preisspiegel Angebots- und Transaktionsdaten. Zusätzlich berücksichtigt er Lagequalität und Nutzung – ein entscheidender Mehrwert für Eigentümerinnen, Käufer und alle, die fundierte Entscheidungen treffen wollen.
Fazit: Chancen nutzen - Entwicklungen im Blick behalten
Auch wenn 2024 herausfordernd war, bleibt der österreichische Immobilienmarkt ein stabiler Anlagebereich. Die Nachfrage ist ungebrochen. Die Preise entwickeln sich moderat, aber kontinuierlich nach oben – zumindest dort, wo Angebot und Lage stimmen.
Wer investieren möchte, sollte gut informiert sein. Der Immobilienpreisspiegel 2025 liefert dafür eine fundierte Grundlage. Gleichzeitig braucht es vorausschauende politische Massnahmen, um Leistbarkeit, Angebot und Qualität in Einklang zu bringen.
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