Marktentwicklung in Österreich im Fokus

Der österreichische Immobilienmarkt befindet sich seit Mitte 2022 in einer Phase der Korrektur. Nach Jahren stetigen Wachstums sind die Preise für gebrauchte Immobilien nun rückläufig. Dieser Trend, der aufgrund steigender Zinsen und verschärfter Kreditvergaberegeln eingesetzt hat, hat sowohl für Käufer als auch Verkäufer weitreichende Konsequenzen.

15. September 2024

Rückläufige Preise bei gebrauchten Immobilien

Der Markt für gebrauchte Immobilien zeigt deutliche Anzeichen der Anpassung. Obwohl die Preiskorrektur schrittweise verläuft, ist sie unaufhaltsam. Nominal sind die Preise seit Mitte 2022 um etwa fünf Prozent gesunken. Inflationsbereinigt liegt das Minus sogar bei 15 Prozent, in Wien gar bei 20 Prozent. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Verkäufer ihre Preisvorstellungen an die neuen Gegebenheiten anpassen müssen. In vielen Fällen sind Transaktionen nur dann erfolgreich, wenn die Preise um etwa 15 Prozent gesenkt werden.

Neubau bleibt teuer

Während gebrauchte Immobilien im Preis sinken, bleiben Neubauprojekte weiterhin kostspielig. Dies liegt vor allem an den hohen Grundstücks- und Baukosten der vergangenen Jahre sowie den gestiegenen Zinsen. Besonders in Wien und anderen städtischen Regionen sind die Preise für Neubauten stabil geblieben oder sogar gestiegen. Diese Diskrepanz führt zu einem zweigeteilten Markt: Gebrauchte Immobilien werden erschwinglicher, während Neubauten auf hohem Preisniveau verharren.

Zukunftsprognosen: Wann ist die Preiskorrektur abgeschlossen?

Die Preiskorrektur bei gebrauchten Immobilien wird voraussichtlich bis Ende 2024 andauern. Ab 2025 könnte eine Stagnation eintreten, bevor 2026 wieder ein leichter Anstieg der Preise erwartet wird. Dies gibt Käufern noch einige Zeit, um von den sinkenden Preisen zu profitieren. Verkäufer hingegen sollten sich darauf einstellen, dass die Zeiten des schnellen Preiswachstums vorerst vorbei sind.

Wohnträume der Österreicher: Einfamlienhaus im Grünen im Trend

Trotz der Herausforderungen auf dem Immobilienmarkt bleibt der Wunsch nach einem Eigenheim ungebrochen. Laut einer aktuellen Umfrage bevorzugen die meisten Österreicher ein Einfamilienhaus im Grünen. Besonders beliebt ist die Lage in einem kleinen Ort auf dem Land oder in Alleinstellung im Grünen. Neubauwohnungen und Mietobjekte spielen im Vergleich eine untergeordnete Rolle. Der Trend geht deutlich in Richtung mehr Wohnfläche und einem eigenen Garten, was die Nachfrage nach Einfamilienhäusern weiter antreibt.

Homeoffice und der Traum vom eigenen Zimmer

Seit der Corona-Pandemie hat sich der Wunsch nach einem Arbeitszimmer deutlich verstärkt. Immer mehr Menschen legen Wert auf einen separaten Raum, um beruflichen und privaten Alltag besser trennen zu können. Interessanterweise hat der Wunsch nach einem "eigenen Zimmer für mich" jedoch abgenommen. Stattdessen gewinnen Außenbereiche wie Gärten und Terrassen an Bedeutung.

Veränderungen bei den Wohnbedürfnissen: Weniger Platz, mehr Effizienz

Die steigenden Kosten für Immobilien führen dazu, dass sich die Österreicher zunehmend mit weniger Wohnfläche zufriedengeben. Der Anteil derjenigen, die mit weniger als 100 Quadratmetern zufrieden sind, ist gestiegen. Zudem rückt die Energieeffizienz der Traumimmobilie stärker in den Fokus. Nachhaltigkeit wird zu einem immer wichtigeren Kriterium bei der Entscheidung für eine Immobilie.

Finanzierungsprobleme durch strenge Kreditvergaberichtlinien

Ein weiteres Hindernis für den Immobilienerwerb sind die strengen Kreditvergaberichtlinien, die seit August 2022 gelten. Besonders junge Familien haben Schwierigkeiten, die Anforderungen zu erfüllen, was viele Wohnträume platzen lässt. Experten hoffen daher auf eine Lockerung der Regelungen, um den Zugang zu Krediten zu erleichtern und den Immobilienmarkt wieder zu beleben.

Fazit: Der Markt in Bewegung

Der österreichische Immobilienmarkt befindet sich in einer spannenden Phase des Wandels. Während die Preise für gebrauchte Immobilien sinken, bleibt der Neubausektor stabil. Käufer haben aktuell die Möglichkeit, von den sinkenden Preisen zu profitieren, sollten jedoch langfristige Trends im Auge behalten. Verkäufer müssen ihre Preisvorstellungen an die neue Realität anpassen, um erfolgreich zu sein. Der Wunsch nach einem Eigenheim, insbesondere einem Einfamilienhaus im Grünen, bleibt jedoch ungebrochen und wird den Markt auch in Zukunft prägen.

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