Datum: 16. Juli. 2015

Wie abzusehen war, gibt es teilweise massive Verschlechterungen im Grunderwerbsteuergesetz. Eine Zusammenstellung der renommierten Steuerkanzlei Stingl - Top Audit informiert über die Neuerungen und beschäftigt sich mit der Frage, worauf bei geplanten Immobilienübertragungen bis Ende 2015 zu achten ist.

Quelle: Österreicher Verband der Immobilienwirtschaft (OVI) 07/2015

In den Infos vom Dezember 2014 und Mai 2015, haben die renommierte Steuerkanzlei Sting darüber informiert, dass auf Grund der zwischenzeitlich am 08. Juli 2015 im Nationalrat beschlossenen Steuerreform 2015/2016, für Immobilienübertragungen im nahen Angehörigenkreis ab 01. Jänner 2016 teilweise massive Verschlechterungen im Grunderwerbsteuergesetz eintreten werden.

Während bis Ende 2015 eine entgeltliche oder unentgeltliche Übertragung im FAMILIENVERBAND noch mit dem 3-fachen Einheitswert zu berechnen ist, wird ab 1. Jänner 2016 der sogenannte "Grundstückswert" als Bemessungsgrundlage herangezogen werden, welcher mittels Verordnung des Finanzministers festgesetzt werden wird (derzeit liegt nur ein Entwurf vor).

Der Entwurf sieht zwei Berechnungsverfahren vor, welche parallel anzuwenden sind, um der günstigeren Variante schließlich den Vorzug zu geben. Der Grundstückswert wird somit entweder durch Addition des Boden - und Gebäudewertes der Liegenschaft berechnet, oder ableitend vom jeweils aktuellen Immobilienpreisspiegel, wobei hier ein Abschlag von 30% vorgesehen ist.

Der Einheitswert wird somit als Bemessungsgrundlage nur noch bei Immobilienübertragungen in der Land- und Forstwirtschaft herangezogen werden können.

Laut derzeit noch geltendem Grunderwerbsteuergesetz werden Immobilienübertragungen im FAMLIENVERBAND mit einem einheitlichen Steuersatz von 2% besteuert. Ab 01. Jänner 2016 wird bei unentgeltlichen Übertragungen (Gegenleistung bis maximal 30% vom Grundstückswert) sowie bei entgeltliche und unentgeltlichen Übertragungen im Familienverband, ein progressiver Steuersatz anzuwenden sein:

bis zu einem Grundstückswert von EUR 250.000,00 - 0,5%
für die nächsten EUR 150.000,00 - 2,0%
darüber hinaus - 3,5%

Für die Anwendung des maßgeblichen Steuersatzes ist für Übertragungen ab 2016 eine Zusammenrechnung sämtlicher Übertragungen zwischen den gleichen Personen (in eine Richtung) über einen Beobachtungszeitraum von 5 Jahren anzustellen sein. In Anbetracht dieser weitreichenden Änderungen, wird es ratsam sein, Überprüfungen anstellen zu lassen, ob geplante Immobilienübertragungen allenfalls noch bis Ende des Jahres 2015 vorzunehmen sind. In einer Mehrzahl der Fälle werden, insbesondere Übertragungen im Familienverband, zukünftig erheblich teurer werden!

Da Geschenkgeber sich bis zu Ihrem Tod gerne das Fruchtgenussrecht zurückbehalten, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass insbesondere Verträge unter Zurückbehalten des Fruchtgenussrechts fundierter zivilrechtlicher und steuerrechtlicher Beratung bedürfen!


Quelle: Info für Immobilien - Stingl - Top Audit (13.07.2015)




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